Ein kleines Kind steht an einem beschlagenen Fenster und schaut in den Schnee hinaus
Rückblick Verein

Delphin-Netzwerk-Förderverein e. V. stellt seine gemeinnützige Arbeit ein

Eine entscheidende Veränderung gab es bei einer außerordentlichen Vorstandsversammlung beim Delphin-Netzwerk-Förderverein. Der Vorstand ließ über die Löschung des seit 2003 bestehenden Vereins aus dem Vereinsregister abstimmen. Diese Abstimmung ergab, dass nach 15-jähriger Tätigkeit der als gemeinnützig anerkannte Delphin-Netzwerk-Förderverein e. V. seine Arbeit einstellt. Als Grund nennt der Vorstand selbst, dass u.a. regelmäßige Beschwerden über einige Rechtsanwälte, üble Nachrede und Intrigen den engagierten Mitgliedern die Motivation raube, sich weiterhin für die Vereinsziele einzusetzen.

Schon seit 2014, nach Bekanntwerden der ersten Beschwerden im Bereich der nachträglichen Honorarvereinbarungen seitens einiger Rechtsanwälte in Arzthaftungsprozessen, bestand unsere ehrenamtliche Arbeit zu einem großen Anteil darin, die durch anwaltliches Fehlverhalten geschädigten Familien zu beruhigen.


Guter Rat nach dem Schaden ist wie Medizin nach dem Tode.“
Sprichwort aus Dänemark

Diese Vorkommnisse vergifteten leider auch zunehmend die gesamte Vereins- und Familienatmosphäre.

„In den letzten 15 Jahren ist es uns gelungen, zu den meisten unserer betreuten Familien ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis aufzubauen“, stellte der Vorstand fest, „und dieses möchten wir aufgrund solcher Arbeitsweisen nicht gefährden, denn irgendwie wurden wir immer damit in Berührung gebracht.“

Wo Gutes bewegt wird, wird leider oftmals auch die dunkle Seite angezogen!!

„Unsere Vereinsarbeit haben wir darin gesehen, das Leben der Familien mit einem beeinträchtigten Kind zu erleichtern und nicht dafür, zuzusehen, wie einigen Familien durch für uns völlig unverständliche Arbeitsweisen einiger Juristen, weiterer Schaden zugefügt wird. Offenheit und Ehrlichkeit standen bei uns immer an oberster Stelle, denn nur so konnten wir Vertrauen aufbauen. Eine derartige Arbeitsweise ist für uns nicht vertretbar und damit möchten wir auch nicht in Berührung gebracht werden.“

„Der Delphin-Netzwerk-Förderverein e. V. und die Namen „Hildegard & Julian Thöne“ werden in Verbindung gebracht wie Baum und Borke und so wurden leider auch hier öfter Zusatzleistungen in nicht unbeträchtlicher Höhe erwartet, wenn eine Dienstleistung bspw. für Julian erbracht wurde.“ Auch der Wechsel des Vorstandes vor einem Jahr brachte hier leider keine Entspannung.

„Egal welcher Name oben im Vorstand steht, es wird immer der Name von Frau Thöne und ihrem Sohn Julian integriert“, so eine Vorstandsvorsitzende. Bei anderen Familien gab es Honorarnachforderungen neben den RVG-Gebühren ebenfalls im 5-stelligen Bereich und andere gravierende Vorkommnisse, mit denen wir uns nicht ansatzweise identifizieren können.

Schon Albert Einstein erkannte:

In Fragen der Moral hilft Schulbildung nicht viel.“
Albert Einstein (theoretischer Physiker und Nobelpreisträger)

Gemeinnützige Arbeit als „Zulieferer“ für fragwürdige Geschäfte!!?? Die Arbeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die überwiegend darin besteht, wenn „das Kind dann in den Brunnen gefallen ist“, wieder freie Zeit zu opfern, um die übervorteilten Familien zu beruhigen!? Das entspricht nicht unserer Philosophie der Hilfe für Familien mit einem gehandicapten Kind. Das sind einige von vielen Beispielen, die deutlich machen, womit wir uns in den letzten Jahren auseinandersetzen mussten.

„Schon seit geraumer Zeit wurden wir dadurch gezwungen, uns überwiegend mit Problemen von Geschädigten, Intrigen und dem Fehlverhalten einiger Rechtsanwälte zu beschäftigen, statt unseren Familien unterstützend zur Seite stehen zu können“, so gibt der Vorstand die Hauptbeweggründe für die Vereinsaufgabe an.

„Kämpfe gegen solche Vorgehensweisen, Rechtfertigungen, Gerichtsverfahren; Das alles entspricht nicht unserer Philosophie und unserer Vorstellung der sozialen Arbeit“, gibt der Vorstand zu verstehen. Unsere Aufgabe haben wir in der Förderung von beeinträchtigten Kindern gesehen und betroffenen Familien zu helfen, ihr Leben etwas zu erleichtern und nicht darin, uns mit unberechtigten Honorarnachforderungen und anderen Verstößen auseinanderzusetzen, Schriftstücke zu verfassen u. ä.

Einige Rechtsanwälte sind uns und unseren Familien zu wertvollen Beratern geworden, auf die wir nicht verzichten möchten!! Fast jede Familie ist auf rechtliche Unterstützung angewiesen und die Rechtsanwälte, mit denen wir zusammenarbeiten, leisten hervorragende Arbeit.

Leider wurden die gut gemeinten Beratungsangebote einiger Rechtsanwälte nicht angenommen, weil die Verunsicherung bei den Familien zu groß war. - Ein gebranntes Kind scheut das Feuer.


„Alles was man im Leben verliert,

kann wiedergefunden werden,
nur eines nicht,
Vertrauen, dass man einmal verliert,
ist für immer verloren.“
(Verfasser unbekannt)

 

Verzweifelte Familien kamen auf uns zu, mit der Bitte, dass „wir gegen diese Arbeitsweisen doch etwas machen müssten um das zu unterbinden.“ Auf unsere Hinweise, dass wir darauf keinen Einfluss haben, wurden wir des Öfteren von verletzten Familien gefragt, ob wir an diesen Arbeitsweisen finanziell beteiligt seien.

Einmal wurde dann sogar öffentlich bekannt gegeben, dass wir „gegen gutes Geld, Mandanten an Rechtsanwälte vermitteln!“ Gegen derartige Verleumdungen zur Wehr zu setzen, gehörte somit ebenfalls zu unserem Aufgabengebiet. Alles das ging uns schon seit Jahren zu weit!!

Wir können die Wut und Verzweiflung zu gut nachempfinden, denn kaum einer kann es verarbeiten, dass er durch solche Vorfälle benachteiligt wurde.

Das Leben unserer Familien, deren Kinder durch med. Behandlungsfehler geschädigt wurden, hat sich von heute auf morgen komplett verändert. Viele Lebenseinschränkungen müssen hingenommen und verarbeitet werden. In dem Glauben, an einen Juristen zu geraten, der ihnen hilft, zumindest finanzielle Entschädigungen für die schwierige Lebenssituation zu bekommen, mussten einige leider in Kauf nehmen, dass sie dort erneut zum Opfer wurden.

Wir konnten in den letzten Jahren vielen Familien helfen, aber in diesem Bereich hatten auch wir keine Handhabe. Spendengelder für Gerichtsverfahren zu opfern ist für uns ein absolutes „No go“ und derartige Prozesse privat zu führen, eine Zumutung!!

„Kein Mensch war ohne Grund in deinem Leben.
Der eine war ein Geschenk. Der Andere eine Lektion.“
(Verfasser unbekannt)

Gern haben wir unseren Familien daher zugesagt, dass wir mit darauf achten, dass keine Partner mehr in das Delphin-Netzwerk aufgenommen werden, bei denen uns eine Zusammenarbeit mit diesen, uns bekannten Kanzleien, bekannt wird. Dieses wird sicherlich nicht immer gelingen, aber es ist ein erster Schritt, um weitere Familien vor Schäden zu schützen.

Wir können den Wind nicht ändern,
aber die Segel anders setzen.
Aristoteles

Das Thema „anwaltliches Fehlverhalten“ haftete bereits wie eine Klette an uns und schon lange wurde unser Verein fast nur noch auf dieses Thema begrenzt. Eigene Projekte mussten schon seit Jahren hintenanstehen.

Unser Leben besteht jedoch nicht nur aus Gerichtsverfahren, Kämpfen gegen derartige Arbeitsweisen, welche wir nicht annähernd nachvollziehen können.

 

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann, und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.
© Reinhold Niebuhr
(1892 – 1972), US-amerikanischer Theologe, Philosoph und Politikwissenschaftler


Die Arbeitsweise dieser Rechtsanwälte können wir nicht ändern, also bleibt uns nur die Möglichkeit, bei uns etwas zu ändern. In einem derart negativen Umfeld sehen wir auch die positive Weiterentwicklung unserer Kinder gefährdet. Von negativer Energie umgeben, kann keine positive Weiterentwicklung erwartet werden.

Kinder mit Handicap haben feine Antennen in Bezug auf unterschwellige Konflikte und Unstimmigkeiten. In unserer Frühjahrsausgabe haben wir einige Anlaufstellen vorgestellt, an welche sich betroffene Familien zukünftig wenden können.

Ob das Angebot der Beratungen im Bereich medizinischer Behandlungsfehler weiterhin Bestandteil des Delphin-Netzwerkes bleibt, stand zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht fest.

Mit dem Delphin-Netzwerk-Förderverein haben wir im Laufe der letzten Jahre über 3500 Familien betreut. Mit Beginn der DSGVO haben einige uns bekannte Vereine ihre Tätigkeit eingestellt, mit der Bitte, deren Familien mit zu übernehmen. Dieses wären nochmal ca. 2000 Familien gewesen, um die wir uns kümmern sollten. Zeitlich waren wir schon seit geraumer Zeit am Limit des Machbaren. Unsere eigenen Kinder mussten oftmals zurückstecken und eigene Freizeit gab es kaum noch. Die Familien mit zu übernehmen und parallel die Vorstände unserer Partnervereine zu betreuen, ließ sich daher nicht umsetzen. Somit haben wir uns dazu entschlossen, den Delphin-Netzwerk-Förderverein aufzulösen, um unsere dadurch gewonnene Zeit für die Vorstände anderer Vereine beratend zur Verfügung zu stellen. Aufgrund zu vieler o.g. negativer Vorkommnisse sah sich der Vorstand gezwungen, diese Maßnahme zu ergreifen, hieß es.

Wir bedauern, dass von diesem Entschluss so viele Unschuldige betroffen sind, seien es die Juristen, welche für unsere Familien vollen Einsatz bringen und erst recht die betroffenen Familien, welche sich nun anderweitig orientieren müssen, aber auch unsere Frustrationstoleranz ist nicht grenzenlos!! Seit über 5 Jahren glich unsere Vereinsarbeit einer Beschwerdestelle für derartige Vorkommnisse. Unsere eigenen Ziele blieben auf der Strecke! Hier musste dringend eine Lösung gefunden werden!!

Eine folgenschwere Entscheidung

Für über 3.500 Familien mit besonderen Kindern bedeutete der Delphin-Netzwerk-Förderverein:

  • professionelle und unbürokratische Hilfe
  • fachliche Kompetenz
  • Empathie
  • Durchsetzungskraft

„Gerne haben wir uns den Herausforderungen und besonderen Schicksalen unserer Familien in den vergangenen 15 Jahren gestellt und diese begleitet“ so der Vorstand.

„Unsere Arbeit war schon längst kein Beruf mehr für uns, sondern ist zur Berufung geworden, und so haben wir uns nur sehr schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen. Wenn wir einige Situationen nicht akzeptieren und annehmen können wie sie sind, bleibt uns nur die Entscheidung, dass wir etwas verändern“ ist das abschließende Resümee.


„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen
und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“
(Albert Einstein)

Zusätzliche Mehrarbeit durch DSGVO für Vereine

Das neue Gesetz der DSGVO bringt für Vereine weitere, nicht unerhebliche Bürokratie mit sich, welche unsere Philosophie der unbürokratischen Hilfe nicht nur zusätzlich erschwert, sondern annähernd unmöglich macht.

Die Löschung des Vereins hat also neben den o. g. Störungen auch verwaltungstechnische Gründe: So war die neue DSGVO neben den o. g. Themen das letzte „i-Tüpfelchen“, welches zu unserem Entschluss geführt hat, den Delphin-Netzwerk-Förderverein e. V. aufzulösen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Wegbegleitern, welche uns jahrelang ihr Vertrauen geschenkt haben und freuen uns, unsere Familien demnächst bei Therapien und unseren Freizeitaktivitäten in entspannter Atmosphäre wieder zu sehen. Das Leben hat mehr zu bieten, als sich über andere zu ärgern!!

„Mut zu wagen heißt für einen Augenblick
den gewohnten Boden unter den Füßen zu verlieren!
Nichts zu wagen kann bedeuten, sich selbst zu verlieren.“
(Verfasser unbekannt)