Ein Mädchen in einem Rollstuhl steht auf einem Feld und genießt den Sonnenuntergang
Philosophie

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Ein Baby schlafend in einem Babybettchen

Julian - Ein Leben voller Kampf und Wunder

Julian kam, bedingt durch eine Plazenta Praevia (einer Ablösung des Mutterkuchens und damit verbundenem Sauerstoffmangel) und zahlreichen ärztlichen Behandlungsfehlern, in der 30. Schwangerschaftswoche zur Welt. Am dritten Tag erlitt er eine Gehirnblutung 3. Grades mit anschließenden Liquorstauungen und einem Hydrocephalus, im Volksmund auch Wasserkopf genannt. Sein Muskeltonus war hypoton mit Verdacht auf Spastik und Epilepsie.

Durch die Behinderung meines Sohnes hat sich unser Leben vollkommen verändert.

Für uns begann mit der Geburt meines Sohnes ein schwerer Kampf - gegen die Reaktionen der Umwelt, vor allem jedoch um die Genesung meines Kindes mit diversen Therapien und Krankengymnastik. Doch ein Aufgeben kam uns nie in den Sinn (auch wenn mir damals manchmal danach zumute war).

Von einer Freundin, einer Heilpraktikerin, erfuhr ich von der Cranio-Sacralen-Therapie. Sie erklärte mir, dass wir mithilfe dieser Therapie, in Verbindung mit Vojta (einer bestimmten Krankengymnastik), Chancen haben, die Motorik von Julian zu normalisieren. Sie sagte mir aber gleichzeitig auch, dass wenn wir diese Therapien nicht durchführen, würde mein Sohn nie laufen lernen. Obwohl die Cranio bei sehr vielen Ärzten umstritten war, hörte ich auf den Rat meiner Freundin und suchte nach einer passenden Therapeutin.

Mithilfe der Cranio und unserer Krankengymnastin sind wir von einer Shuntversorgung (einem Ventil im Gehirn zum Ablauf des Gehirnwassers) verschont geblieben.

Die ersten sichtbaren Erfolge gaben mir wieder Mut, weiter zu machen - und so zogen wir die Behandlung konsequent durch, obwohl ich für die Überbrückung im Erziehungsjahr, die Heilpraktikerbehandlungen und die zahlreichen Fahrten zu Therapien und Ärzten mehr als 20.000 Euro, teilweise über Kredit, finanzieren musste. Doch was bedeutet Geld, wenn es um die Gesundheit eines Kindes geht? Mehr noch: Mein Sohn hat heute nur noch eine Entwicklungsverzögerung und wir haben Hoffnung, dass Julian später einmal ein selbständiges Leben führen wird. Allein diese Tatsache wiegt jede durchgestandene Entbehrung wieder auf.

Behindert – Schicksal ohne Chance?

Jeder von uns kennt das: wer krank ist, braucht Hilfe. Doch das ist oft nicht so einfach, wie es sich anhört. Vor allem dann nicht, wenn man zu den chronisch Kranken gehört, weil eine Behinderung ständig eine medizinische und therapeutische Betreuung erfordert. Soll man nur auf die eine, klassische Behandlungsmethode vertrauen oder es auch mal mit alternativen Therapien versuchen? Wenn sich Patient oder Betreuer für Letzteres entscheiden, was dann? Wohin können sich Interessierte wenden, um über entsprechende Therapien, Anwender und das weitere nötige Drumherum zu erfahren?

Es ist tragisch genug, wenn ein Kind mit einer Behinderung zur Welt kommt. Geradezu erschreckend ist es allerdings, wenn erkannt wird, dass das soziale Netz gerade für diese besonderen Kinder, die eine intensive Förderung DRINGEND benötigen, nicht mehr stabil genug ist. – Hier ist dringend Hilfe erforderlich.

Ich glaube, dass ich für viele betroffene Eltern spreche, wenn ich sage, dass man in so einem Fall nach jedem noch so kleinen Strohhalm greift.

Die Mühsal der betroffenen Eltern, Hilfe und Unterstützung zu finden, haben bei mir schon lange vor der Geburt meines Sohnes die Idee eines Netzwerkes aufkommen lassen. Ich hatte auch schon erste Kontakte geknüpft und mit Vorarbeiten begonnen, als mein Mann starb und ich andere Probleme zu lösen hatte. Nach der Geburt meines Kindes kam der Gedanke erneut und so begann ich mit dem Aufbau des Delphin-Netzwerkes.

Betroffenen Eltern, die kompetente Antworten auf ihre Fragen suchen und sich auch einen Überblick über die komplexen Fördermöglichkeiten wünschen, steht jetzt das Netzwerk als Ratgeber zur Verfügung. Informationen über komplementäre Therapien sind hier genauso selbstverständlich wie hilfreiche Tipps zu behindertengerechten Fahrzeugumbauten und rechtlichen Angelegenheiten.

Wer sich in Ruhe informieren möchte, kann in unserem Magazin „Delphin Netzwerk – Ganzheitliche Therapien & mehr“ viele Ratschläge, Tipps und Erfahrungsberichte nachlesen. Unsere aktuellen Magazine können Sie hier einsehen:

Julian Thöne, der Sohn der Gründerin des Delphin-Netzwerks