Ein Teenager sitzt vor einem Laptop und ist an Neurotransmitter angeschlossen
Erfahrungsbericht Stiftung Auswege

Neurofeedback –

Erfahrungsbericht aus einer Praxis

Das Neurofeedback ist eine Form des Biofeedbacks. Beim Neurofeedback werden Gehirnstromkurven (EEG-Wellen) analysiert. Durch visuell-akustische Rückkoppelung ist es möglich, abnorme Gehirnwellenaktivität zu verändern und damit eine Verbesserung psychischer sowie physischer Symptome/Funktionen zu erreichen.
(Quelle IFEN München, Thomas Feiner)

Wir sind eine Praxis aus dem Ruhrgebiet, deren Schwerpunkte unter anderem das Neurofeedback und die tiergestützte Therapie sind. Wir behandeln Kinder mit den verschiedensten Diagnosen, wie z.B. Autismus-Spektrum Störung, AD(H)S, Depression, etc.

Ich, die Praxisinhaberin, arbeite seit über 6 Jahren als Neurofeedbacktherapeutin. Ich habe damals die Ausbildung bei Herrn Feiner in München beim IFEN absolviert. Seitdem habe ich mich stetig in diesem Bereich fortgebildet und hatte Herrn Feiner als Mentor an meiner Seite, falls es Probleme gab oder ich eine Hilfestellung brauchte. Seit 2012 besitze ich eine Praxis in Bottrop und biete hier das Neurofeedback in häufiger Kombination (je nach Diagnose) an. Seit Januar 2015 habe ich eine Mitarbeiterin zur Neurofeedbacktherapeutin ausbilden lassen. Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Wir möchten hier einige Fälle aus unserer Praxis vorstellen, um Ihnen diese Therapieform näher zu bringen.

Wir möchten hier einige Beispielfälle aufzählen. Unser erster Fall handelt von einem Jungen namens "Kai" (Name wurde geändert). Kai war zum Zeit der Therapie 13 Jahre alt. Seine Konzentration und seine schulischen Leistungen waren nicht ausreichend. Zudem war sein Schriftbild sehr schlecht, so dass die Lehrer große Probleme hatten, seine Schrift zu entziffern. Bei dem Anamnesegespräch ging hervor, dass Kai schlecht einschlafen konnte.

Er bekam zu der Zeit Medikinet 10 mg vormittags. Beim ersten Training zeigte sein EEG Auffälligkeiten frontal im Bereich des Theta (Wellen, die kurz vorm Einschlafen im EEG vorrangig auftreten sollten, tagsüber bewirken sie eine starke Ablenkbarkeit und "Tagträumerei"). Des Weiteren waren highbeta-Wellen um 0,9 von der Norm abweichend (dies spricht frontal für eine innere, wie auch motorische Unruhe). Die Alphawerte wichen um 0,5 nach unten herab.

Kai zeigte sich sehr unruhig im Training. Er konnte den Bildschirm kaum fokussieren und das Bild groß halten. Wir mussten nach 25 Minuten die Sitzung beenden. Trotzdem zeigte sich eine leichte Wirkung bei Kai. Er wirkte wesentlich ruhiger als vor der Sitzung. Die Eltern riefen mich am nächsten Tag an und berichteten, dass Kai besser geschlafen habe und ruhiger wirkte. Kai kam wöchentlich zur Therapie. Nach 10 Behandlungen fiel es selbst den Lehrern auf, dass er ruhiger saß und dem Unterricht besser folgen konnte. Wir minimierten, gemeinsam mit dem Arzt, die Medikamente. Das Ergebnis blieb gleich. Kai konnte weiterhin gut dem Unterricht folgen und schrieb gute Noten. Nach 40 Behandlungen entließen wir Kai. Seine Werte hatten sich fast normalisiert, in der Schule kam er sehr gut mit, seine Schlafproblematiken kamen nur noch selten vor.


Dies ist nur ein Beispiel von vielen. Wir setzen gerne das Neurofeedback bei den verschiedensten Diagnosen ein. Wir haben ebenfalls gute Erfahrungen mit der tiergestützten Therapie in Kombination, um auch z.B. Emotionen besser erkennen zu können, als soziales Schutzschild etc.
Wir sind froh, dass wir diese Therapie so gut etablieren konnten und es so vielen Patienten hilft.