Ein junge sitzt auf dem Deck eines Schiffs und schaut auf das Meer hinaus
Reisen für junge Menschen mit Handicap

Reisen für junge Menschen mit Handicap

Im Bereich Reisen stoßen Menschen mit einem Handicap oftmals auf große Widerstände. Hier wird oftmals die Reisevorbereitung schon zur Herausforderung und die Überraschung am Reiseziel ist oftmals erschreckend. Viele Reiseanbieter werben zwar mit barrierefreien Reisezielen, Unterkünften, etc., ohne sich die Gegebenheiten vor Ort angesehen zu haben.

Die Überraschung ist oftmals groß!

Der Urlaub für junge Menschen mit einem Handicap ist leider manchmal schon beendet, wenn sie erleben, dass die Reisen und Unterkünfte alles andere als barrierefrei sind.

Angefangen beispielsweise an Bahnhöfen, bei denen die Bahnsteige nicht erreichbar sind, in Unterkünften, in denen die Bettenhöhe nicht passt oder die Waschbecken im Bad nicht erreichbar sind.

Barrierefreiheit ist für einige leider Auslegungssache, besonders dann, wenn sie sich nicht in die Situation von Menschen mit Handicap hineinversetzen können. Wahrscheinlich ist es den wenigsten bewusst, was dabei alles zu berücksichtigen ist. Was barrierefrei bedeutet, fällt leider oft erst dann auf, wenn wir selbst betroffen sind. Das fällt schon Eltern mit einem Kinderwagen auf, wenn sie z.B. beim Einkaufen sind und es keinen Aufzug gibt, vor einem Bordstein, der nicht abgesenkt ist, oder sie vor einer Treppe stehen, welche sie nicht ohne fremde Hilfe hoch kommen. Es gibt leider viele Situationen, welche Menschen mit Handicap behindern. Das gilt besonders auch im Tourismus, denn nicht nur Menschen mit einem Handicap, sondern auch ältere Menschen, Familien mit Kindern und Menschen, welche nach einer Operation vorübergehend eingeschränkt sind, benötigen barrierefreie Lösungen. Unser Ziel ist es, Ihnen hier zukünftig ausgewählte Reiseanbieter vorzustellen, um jedem das Reisen zu ermöglichen.

Verschiedene Reisearten

Vater und Mutter laufen lachend mit ihren Kindern über den Strand

Familienreisen

Ein junges Mädchen im Rollstuhl steht auf einer Mauer und schaut mit ihrer Betreuerin auf das Meer

Begleitete Reisen

Ein Mann im Rollstuhl steht am Strand mit Luftballons in der Hand

Barrierefrei/selbstständige Reisen

ein weißes Haus direkt an einer sandigen Bucht mit blauem Wasser

Unterkünfte

eine Gruppe lachender Menschen reckt die Arme in die Höhe

Vereine für behindertengerechte Reisen

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Ferienfreizeiten für Kinder mit Behinderung als Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherungen sind im Sozialgesetzbuch (SGB) XI geregelt. Das Wort „Ferienfreizeit“ oder ein ähnlicher Begriff wird dort an keiner Stelle erwähnt. Trotzdem muss die Pflegekasse die Kosten für eine Ferienfreizeit übernehmen. Nämlich als Leistung für Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI bzw. Kurzzeitpflege nach § 42 SGB XI und als zusätzliche Betreuungsleistung nach § 45b SGB XI.

Fazit

Obwohl der Gesetzgeber bei der Ausgestaltung des SGB XI nicht an Ferienfreizeiten gedacht hat, ist die Pflegekasse gem. § 39 SGB XI bzw. § 42 SGB XI verpflichtet, im Rahmen der Verhinderungspflege bzw. Kurzzeitpflege die Kosten für die Betreuungsleistungen während einer Ferienfreizeit zu erstatten. Die daneben anfallenden Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind erstattungsfähig als zusätzliche Betreuungsleistungen nach § 45b SGB XI.

Insgesamt stehen Eltern von Kindern mit Behinderung über §§ 39, 42 und 45b SGB XI bis zu EUR 5.720,00 für Ferienfreizeiten zur Verfügung. Verschenken Sie diese nicht, sondern stellen Sie entsprechende Anträge bei Ihrer Krankenkasse!

Dr. Silvia Lucht
Rechtsanwältin

BERNZEN SONNTAG
Rechtsanwälte Steuerberater
Attorneys-at-Law &TaxAdvisors
August-Exter-Straße 4
81245 München