in einer Schlange stehen wartende junge Menschen, ein Rollstuhlfahrer wird von einer jungen Frau geschoben
WIR! Stiftung

WIR! Stiftung unterstützt pflegende Angehörige bei der Wahrnehmung politischer Interessen

Die Situation pflegender Angehöriger lässt sich in wenigen Worten umreißen: anstrengend, einsam und unbezahlt. Angehörige haben keine Stimme, mit der sie auf ihre Situation aufmerksam machen, um Anerkennung kämpfen und eine angemessene Bezahlung ihrer Arbeit erwirken können.

Millionen von Menschen übernehmen mit ihrer Pflegeleistung persönliche und gesellschaftliche Verantwortung. Täglich neu meistern sie herausfordernde Aufgaben. Eine Wertschätzung in Form von moralischer und finanzieller Unterstützung erfolgt nicht in ausreichendem Maße. Die Erfahrungskompetenz pflegender Angehöriger wird häufig weder wahrgenommen, noch respektiert. Die WIR! Stiftung möchte den hohen Stellenwert der emotional mitfühlenden und Lebensqualität fördernden Pflegekompetenz in der Gesellschaft sichtbar machen.

WIR! setzt sich dafür ein, dass die "gefühlte Menschlichkeit" für Pflegende und Pflegebedürftige zum gemeinsamen Leitgedanken einer menschenwürdigen Pflege wird. Die WIR! Stiftung ermuntert pflegende Angehörige, Partner für Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Pflege zu sein. Durch die Präsenz auf Veranstaltungen und Stellungnahme in Medien zeigen WIR! Missstände auf und stellen Fragen.

Die WIR! Stiftung unterstützt die große Gruppe der pflegenden Angehörigen, s e l b s t neben Krankenkassen, Pflegekassen und Wohlfahrtsverbänden ein Mitbestimmungsrecht bei der Weiterentwicklung des Pflegesystems zu erhalten, sich für die Herstellung von Transparenz über die Verwendung ihrer Gelder einzusetzen und eine gerechte Entlohnung, sowohl der stationären als auch der häuslichen Pflege, zu fordern. Neben der Einbindung in bestehende Strukturen könnten sie z.B. in einem nationalen Pflegerat weit mehr Gestaltungskraft entwickeln, als dies derzeit möglich ist.

"20 Jahre lang habe ich meine an Demenz erkrankte Mutter begleitet, die Aspekte der häuslichen Versorgung und anschließenden Heimpflege wahrgenommen und durchlebt“, berichtet Brigitte Bührlen, die Stiftungsgründerin. „Angesichts der persönlichen Betroffenheit, die man bei der Pflege Angehöriger oder von Menschen aus seinem näheren Umfeld empfindet, der großen Leistung, die in psychischer, physischer, mentaler und finanzieller Hinsicht erbracht wird, angesichts der Gesamtbelastung, denen Familien oft ausgesetzt sind, bin ich zu der bestürzenden Erkenntnis gekommen: Pflegende Angehörige stehen auf verlorenem Posten. Sie haben keine Stimme, keinen Rückhalt und keine starke Lobby in der Gesellschaft, sie haben im Verhältnis zu ihrer Leistung, die sie in der und für die Gesellschaft erbringen zu wenig Anerkennung und Rechte.

Dies erstaunt umso mehr, als die demographische Entwicklung in unserem Land viele Menschen vor die Entscheidung stellt: Wie sollen meine Eltern und Großeltern versorgt werden? Aber auch pflegeabhängige Kinder und andere nahestehende Menschen jeglichen Alters werden betreut. Können, dürfen, sollen sie zuhause bleiben oder zwingen die Umstände zu einer Fremdbetreuung?

Wer hilft in finanzieller, juristischer, mentaler Not? Wer hilft, wenn die Heimversorgung inakzeptable Zustände zutage fördert? Trotz zahlreicher Kontakte zu vielen Organisationen aus verschiedenen Bereichen fühlte ich mich in meinem Anliegen nicht ernst genommen, gewürdigt, gefördert und angemessen unterstützt. Gesellschaft und Politik schweigen ein unübersehbares Problem tot: Wir habe viele pflegebedürftige Mitmenschen jeglichen Alters und wissen nicht, wie wir sie menschenwürdig versorgen sollen......."

"Ich gründete diese Stiftung, weil es mir ein großes Anliegen ist, dass pflegenden Angehörigen entsprechend ihrer wichtigen familiären, sozialen und gesellschaftspolitischen Funktion Mitwirkungs-, Mitbestimmungs- sowie Kontrollmöglichkeiten und rechte insbesondere auch über die Verwendung privater Gelder in der Pflege eingeräumt werden. Sie müssen unabänderlich die Möglichkeit haben, dass ihre Leistungen, insbesondere die hohe, ganzheitliche Pflegekompetenz, Liebe und Fürsorge sowie der finanzielle Einsatz als wirtschaftlicher Beitrag für Familie und Gesellschaft anerkannt werden.........."

"Die Stiftung will ein Forum bieten, mit dessen Hilfe pflegende Angehörige insbesondere in Entscheidungsgremien von Gesellschaft, Politik und in Gesetzgebungsverfahren gehört und eingebunden werden."

Die WIR! Stiftung pflegender Angehöriger wurde 2010 als rechtskräftige Stiftung anerkannt.

  • WIR! fördert den Einsatz für: Mitbestimmungs- und Kontrollrecht pflegender und betreuender Angehöriger
    • bei Gesetzesvorhaben und deren Umsetzung,
    • bei Pflegesatzverhandlungen,
    • bei der Verwendungsfestsetzung von Privatgeldern der Pflegebedürftigen,
    • bei Entscheidungen, die von Heim-und Angehörigenbeirats sowie Fürsprechergremien mitgetragen werden.
  • Die Bildung regionaler und überregionaler
  • Interessenvertretungen Pflegebedürftiger durch betreuungsbevollmächtigte Angehörige und Zugehörige,
    Begegnungsforen aller an der Pflege Beteiligter.
  • Die Finanzierung und Umsetzung von Lebensqualität und Lebensfreude fördernden ganzheitlichen Pflege-und Versorgungskonzepten
    • im ambulanten und
    • im stationären Bereich.
  • Gute Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte,
    • leistungsentsprechende gute Bezahlung,
    • gute Arbeitsbedingungen zur ganzheitlichen Versorgung unserer Pflegebedürftigen.

WIR! sehen uns gemeinsam in der Verantwortung, gemeinsam sind WIR! stark!

WIR! Stiftung pflegender Angehöriger
Brigitte Bührlen – Vorsitzende
Ickstattstr.9
80469 München

M: 0176 2443222
T : 089 40907905
F : 089 40907907
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