Netzwerk leichte Sprache

Netzwerk Leichte Sprache e.V.

für eine inklusive Gesellschaft

Das Netzwerk Leichte Sprache gibt es seit 2006. Damals fanden sich erstmals Unterstützer:innen für Leichte Sprache zusammen. 2013 gründeten die Aktiven aus sechs Ländern den gemeinnützigen Verein Netzwerk Leichte Sprache e.V. mit dem Ziel, Leichte Sprache zu fördern.

Die Mitglieder, inzwischen aus Deutschland, Österreich, Italien, der Schweiz, Belgien, Luxemburg, Frankreich, den Niederlanden und inzwischen sogar Japan, kommen aus Übersetzungs- und Prüfbüros, aber auch aus Wissenschaft und Politik. Mit Sitz in Berlin informiert das Netzwerk Leichte Sprache über die Notwendigkeit zu Leichter Sprache und räumt Vorurteile aus. Das Netzwerk betrachtet sich als ein Forum für alle im deutschsprachigen Raum, die mit Leichter Sprache zu tun haben. Das kann im beruflichen Kontext oder im Privaten sein.

Der Netzwerk Leichte Sprache e.V. versteht sich außerdem generell als der Ansprechpartner, wenn es um Informationen oder die Qualität von Leichter Sprache geht. Die Ausbildung nach den Kriterien des Netzwerks ist höchst anspruchsvoll. Die zertifizierten Übersetzer:innen und Prüfer:innen für Leichte Sprache dürfen das Siegel, das Logo mit dem roten Haken, nur entsprechend der Qualitätskriterien erteilen: Jede Übersetzung muss von mindestens zwei Prüfer:innen, d.h. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, gelesen und korrigiert werden. Damit wird gewährleistet, dass der bebilderte Text auch jene erreicht, die Leichte Sprache brauchen. Denn erst dann wird das Leben für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen verständlich und leicht gemacht.

Das Netzwerk Leichte Sprache stellt sein neues Buch vor: „Leichte Sprache verstehen“

„Ich verstehe Sachen in Leichter Sprache besser als in normaler Sprache. Und das Tolle ist: Durch die Sachen, die ich jetzt verstehe, werde ich noch neugieriger und will noch mehr lernen.“

Maria Hütter-Songailo bringt es auf den Punkt: Leichte Sprache ermöglicht Menschen mit Lernbeeinträchtigung nicht nur Verstehen. Leichte Sprache macht der Zielgruppe sogar Spaß und weckt das Interesse nach mehr Information.

Das Buch „Leichte Sprache verstehen“ richtet sich an Menschen, die noch nichts über Leichte Sprache wissen und an Menschen, die mit Leichter Sprache arbeiten (wollen). Es berichtet von den Anfängen der Leichten Sprache und warum Leichte Sprache überhaupt ein Thema wurde. Das Buch fasst die aktuellen Entwicklungen zusammen, gibt viele Beispiele aus dem Alltag und erklärt, wie Texte in Leichter Sprache entstehen und welche Grundregeln Texter*innen beim Schreiben beachten sollten. Zu allen Artikeln gibt es auch eine Zusammenfassung in Leichter Sprache. Dadurch ist das Buch auch für Leichte-Sprache-Leser*innen geeignet.

Auch Menschen, die nicht auf Leichte Sprache angewiesen sind, erkennen deren Nutzen. So urteilt Michael Wahl, Leiter der Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit und Informationstechnik: „Ich merke auch immer öfter, wie gut Leichte Sprache für mich im Alltag ist. Wenn ich die Worte und Sätze im Kopf leicht formuliere, gehen sie leichter über die Lippen oder aufs Papier und kommen bei den Menschen um mich herum klar und verständlich an. Das ist eine große Kunst, aber auch ein riesiger Gewinn.“

Das Buch ist aus der Praxis heraus entstanden. Zahlreiche Autor*innen und Prüfer*innen für Leichte-Sprache-Texte aus dem gesamten Netzwerk Leichte Sprache e.V. (Deutschland und Österreich) haben sich an dem Buch beteiligt. Weitere Informationen zu dem gemeinnützigen Verein mit Sitz in Berlin gibt es im Internet unter www.leichte-sprache.org. Das Buch ist in Zusammenarbeit mit dem Verlagshaus Römerweg im MarixVerlag unter der ISBN-Nummer 978-3-7374-1158-5 erschienen, hat 365 Seiten im Hardcover und kostet im Buchhandel 20,- Euro.